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Sonnenstürme - welche indirekten Gefahren kommen auf die Menschen?

Grünes Polarlicht. Bildrechte

Wenn ein Sonnenwind oder Sonnensturm auf das Erdmagnetfeld trifft, so ist das in den Polarregionen mit dem blo�en Auge zu erkennen. Polarlichter und Nordlichter sind Phänomene die durch Sonnenwinde entstehen, welche wiederum ihre Entstehung der Sonnenaktivität verdanken. Polarlichter gibt es seit Menschengedenken (und natürlich seit es das Erdmagnetfeld gibt) und sind nicht nur schöne Naturschaubilder sondern im Grunde erst einmal nicht besorgniserregend.

Allerdings können bei Sonnenstürmen nicht nur Lichtphämomene (Polarlichter) entstehen, sondern es kommt bei stärkeren Sonnenstürmen zu Störungen technischer Geräte. Diesen Zusammenhang konnte der Mensch, der früher noch nicht so abhängig von der Technik war, und die Technik selbst nicht so defizil und störungsanfällig war, erkennen. In einer hochtechnisierten Welt wie der unserigen, die global voneinander abhängig geworden ist, die über Sateliten kommuniziert und wiederum alles davon abhängig ist, dass diese Kommunikation auch funktioniert, stellen die Sonnenstürme eine "neue" Gefahr dar. Längst geht es nicht nur noch um die Regionen um den Polarkreis, der durch Stromausfälle beispielsweise betroffen sein könnte, sondern da alles mit allem verwoben ist, kann ein Ausfall eines gro�en Energienetzes oder Sateleitensystems indirekte Auswirkungen auf den Menschen und seinen Lebensraum haben.

Da nun die Wissenschaft aus dem Sonnenzyklus errechnet hat, dass es in den nächsten Jahren zu enormen koronalen Massenauswürfen kommen wird, die starke Sonnenstürme als Folge haben werden, warnt sie die Industrie und Raumfahrt vor den eventuellen zukünftigen Gefahren und rät zur Vorbeugung.

Welche technischen Störungen mit welchen Folgen können auf die Menschen zukommen?

Stromausfälle

Sonnenstürme können Stromausfälle verursachen und heutzutage somit ganze Kontinente ins Chaos stürzen. Schon 2010 erwarten die Wissenschaftler die nächsten Sonnenstürme. Die USA sind bereits alarmiert und versuchen vorzubeugen und zu reagieren, Europa dagegen scheint sich noch nicht auf die Bedrohung eingestellt zu haben. Die Intensität dieser Stürme soll ungewöhnlich hoch sein und durch die Verquickung der Energienetze soll auch Deutschland bedroht sein.

2003 wurden in Deutschland Polarlichter beobachtet, ein Phänomen, dass vorher so noch nicht stattgefunden hatte. Astrophysiker bescheinigen eine erhöhte Sonnenaktivität, die 2012 ihren Höhepunkt haben wird, doch es wird darauf hingewiesen, dass die stärksten Sonnenstürme 2 Jahre vorher und zwar Jahre eintreten werden.

2003 war das letzte Mal ein starker Sonnensturm auf die Erde niedergegangen der es in sich hatte und damals schon nicht ungefährlich war. Im schwedischen Malmö fielen ein Trafo und Teile des Hochspannungsnetzes aus, 50.000 Einwohner sa�en plötzlich im Dunkeln. Die zentrale US-Luftfahrtbehörde empfah den Fluggesellschaften, nördlich des 35. Breitengrades tiefer zu fliegen, weil die Strahlendosis in dieser Höhe geringer war, Navigationssysteme für den automatischen Landeanflug auf US-Flughäfen fielen teilweise aus, weil die Signale der GPS-Satelliten gestört wurden.

1859 gab es den jemals stärksten registrierten Sonnensturm und er traf die Erde am 28. August. Sowohl in Rom und Havanna sahen die Menschen Polarlichter, in Europa und Nordamerika schlugen bei den Telegrafenämtern Funken aus den Leitungen, einige Stationen fingen Feuer. Zu der damiligen Zeit gab es noch kein gro�es Elektrizitätsnetz, kein Internet, keine Satelliten und derlei Technik, somit waren die Schäden auch nicht so gro�, wie sie heute nach solch einem Sturm wären. Man kann durchaus von einem möglichen Super-GAU sprechen, dessen geschätzte Kosten sich allein für die USA auf ein bis zwei Billionen Dollar im ersten Jahr belaufen würden. Man errechnete, dass das Land vier bis zehn Jahre brauchen würde, um sich wieder zu erholen. Ein solarer Supersturm könnte noch mehr Unheil anrichten, er könnte das Nervensystem, das Rückgrat der technisierten Welt zerschmettern - das Stromnetz. Die National Academy of Sciences (NAS) in den USA warnte kürzlich vor den Auswirkungen eines Supersturmes. Der Report gleicht einem Weltuntergangsszenario erster Güte: Die Sonnenstürme verändern kurzzeitig das Erdmagnetfeld und verursachen dadurch starke Stromspitzen in �berlandleitungen: geomagnetisch induzierte Ströme, kurz GICs genannt. In den USA, so der NAS-Report, könnten 360 Trafos während eines Supersturms beschädigt werden, in manchen Bundesstaaten mehr als die Hälfte der vorhandenen. Das Problem: Im Trafo brennt nicht nur eine Sicherung durch, die Geräte verschmoren regelrecht. Bis zu 130 Millionen Amerikaner wären tage- oder gar wochenlang ohne Elektrizität.

Ohne Elektrizität hei�t auf deutsch ohne Licht, Heizung, Kühlung, Aufzug, kein Strom für OPs, für Nahverkehrsmittel, für Banken, Tankstellen und Geschäfte. Die Folgen wären neben Vandalismus und Unterversorgung auch Krankheiten und finanzielle Sorgen sowie der Stillstand des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens durch das entstandene Chaos.

Ausfälle der Elektronik bei Funk und Sateleitensystemen

Eine andere Gefahr die durch Sonnenstürme entsteht ist die des Ausfalles elektronischer Datenflüsse und Satelitensysteme. Ganze Kommunikationssysteme könnten zusammenbrechen, der Flugverkehr aber auch jeder Verkehr der kabellos gesteuert ist (Bahn, U-Bahn, Bus) wäre auf das Stärkste gefährdet.

Strahlenbeschuss in der Raumfahrt

Auch die Raumfahrt ist bei Sonnenwinden und vor allem aber bei Sonnenstürmen gro�en Gefahren ausgesetzt. Zusätzlich und besonders gro� ist die Gefahr für Astronauten und Satelliten durch die Sonneneruptionen. Sie entstehen, wenn gewaltige Gasströme an die Oberfläche der Sonne drängen. Die Eruptionen sind gewaltig denn es brechen bis zu 50 Millionen Kilometer gro�e Wolken aus Sonnenplasma hervor. Diese Strahlungsausbrüche finden statt, wenn das solare Magnetfeld so überdehnt ist, dass es in eine neue Form springt und oftmals auch rei�t. Dabei wird so viel Energie freigesetzt wie bei der Explosion von einer Milliarde Ein-Megatonnen-Atombomben. Ein Strom geladenes Teilchen wird dabei auf hohe Geschwindigkeiten beschleunigt und ins All hinaus geschleudert. Ungeschützte Astronauten trifft die Partikelstrahlung hart, denn sie können dadurch Strahlungskrankheiten, Sonnenbrand und Krebs bekommen. Die energiereichen Partikel des Sonnenwindes stören auch elektrische Geräte, was für die Weltraummission fatale Folgen haben kann.